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rümHand aufs Herz: Hat jemand schon einmal von einem Beruf namens „Automatenfachfrau/-mann“ gehört? Nein. Kein Wunder, der ist nämlich neu. So neu, dass es überhaupt erst eine einzige Vertreterin dieser Sparte gibt. Sie heißt Tatjana Böker, kommt aus Hildesheim und ist Expertin für die Reparatur von Getränkeautomaten. Beim „Markt der Möglichkeiten“ zum Abschluss des Regionalen Übergangsmanagements (RÜM) konnte man sie persönlich kennen lernen. „Wir bespielen heute das komplette Rathaus“, sagte Sozialdezernent Dirk Schröder zum Auftakt. Und das war kaum übertrieben: In den Büros gab es zwar keine Info-Stände, doch ansonsten wurde fast jeder Quadratmeter genutzt. Schulen, Agenturen, Firmen, Ämter und andere Organisation stellten auf zwei Etagen und der Empore ihre Angebote und Projekte vor, die Jugendliche beim Übergang von der Schule ins Berufsleben unterstützen.

Eine riesige Palette gab es da: von der Solar-Ladestation für E-Bikes der Molitoris-Schule Harsum über die Schülerfirma „Junior“ am Hildesheimer Scharnhorstgymnasium oder die Berufsorientierungs-Kooperation der Agentur für Arbeit mit Fußballern des SV Bockenem bis zur bundesweit aktiven „Ausbildungsbrücke“, die ehrenamtliche Patenschaften für SchülerInnen ab der achten Klasse vermittelt. Und dazu eben ungewöhnliche Nischen wie die Ausbildung zur Automatenfachfrau. Rund 150 Fachleute aus den Bereichen Bildung, Erziehung, Soziales und Arbeitsförderung waren vor dem Marktbeginn im großen Sitzungssaal des Rathauses zusammengekommen, um nach knapp drei Jahren Übergangsmanagement Bilanz zu ziehen: Was hat das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie dem Europäischen Sozialfonds mit 580.000 Euro geförderte Programm gebracht? Und wie soll es weitergehen? „Für die Stadt Hildesheim ist es von großer Bedeutung, dass es einen erfolgreichen Übergang von der Schule zum Beruf gibt“, gab Oberbürgermeister Kurt Machens die Richtung vor. Wer in dieser Phase scheitere, laufe Gefahr, das ganze Leben lang Probleme zu haben. Es gebe in der Region zwar gute und ausreichende Unterstützungsangebote, so Machens, doch er fügte hinzu: „Wir müssen das ganze System praktikabler machen.“ Dazu gehörten mehr Transparenz und eine gute Abstimmung unter den Projektträgern. RÜM habe hier große Fortschritte gebracht. Der erste Schritt war die Etablierung eines großen Netzwerks, wie Dezernent Dirk Schröder ausführte. Daran sind mittlerweile 140 Institutionen mit 600 AkteurInnen beteiligt. Gemeinsam ist es gelungen, unter anderem die Datenbank „Bildungsscout“ zu schaffen und mit 280 Einträgen zu füttern. „Das ist wohl das Top-Produkt des vergangenen Jahres“, lobte Schröder den Internet-Pool, der umfassend über hiesige Angebote von der Schule bis zum Beruf informiert. Diese Datenbank wolle auch nach dem Ende von RÜM weiter gepflegt und gefüttert werden, so Schröder. Überhaupt gelte für das Übergangsmanagement: „Wir müssen am Ball bleiben.“ Diese Ansicht teilten die TeilnehmerInnen einer Podiumsdiskussion, die von VHS-Leiter Hartwig Kemmerer moderiert wurde: Ute Sandtvos als Abteilungsleiterin für berufliche Bildung bei der Handwerkskammer, Dr. Margitta Rudolph, Expertin für Weiterbildung in Netzwerken an der Universität Hildesheim, und Henrik Steen als stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit in Hildesheim formulierten mit Schröder den Ruf nach einer Koordinierungsstelle, die die Bildungsanstrengungen der Kommunen kreisweit vernetzt. Der Übergang von der Schule zum Beruf müsse langfristig ein Kernthema bleiben und zusätzlich in die größere Perspektive einer kommunalen Bildungslandschaft eingebunden werden. „Bildung ist ein Standortfaktor“, fasste Dr. Margitta Rudolph zusammen – als Voraussetzung wirtschaftlichen Erfolgs ebenso wie als Motor sozialer Teilhabe.

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