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Ergebnisse der Fragebogen-Aktion des Vatikan zu

Ehe und Familie im Bistum Hildesheim

Hildesheim (bph). Zur Vatikan-Umfrage zu Ehe und Familie in Vorbereitung der Bischofssynode 2014 sind im Bistum Hildesheim insgesamt 360 sehr ausführliche Antworten eingegangen. Sie stammen überwiegend von Gläubigen, die der Kirche verbunden sind. Deutlich wurde eine Diskrepanz zwischen dem Leben der Menschen und der kirchliche Lehre. Ein großer Fragenkomplex befasste sich mit der Weitergabe des Glaubens. Der überwiegende Teil der Antwortenden erklärte, dass er seine Einstellungen und die heutige Lebensweise der eigenen Familie verdankt. Die Familie ist auch für die Weitergabe der kirchlichen Lehre zum Thema Ehe und Familie ausschlaggebend (252 Antworten).


Des Weiteren wurden hier vor allem Religionsunterricht (171), Medien (115) und Seelsorger (114) genannt. Die meisten fühlen sich auch in der Pflicht, ihren Glauben weiterzugeben, und sie tun das gern und gut (193 Antworten). Zwei Drittel haben nach eigenen Aussagen passende Formen des Gebetes in der Familie gefunden. Gut die Hälfte (52 Prozent) weisen darauf hin, dass sie Unterstützung von der Gemeinde oder von kirchlichen Gruppierungen für ihre Bemühungen bekommen haben, in der Familie gemeinsam über Gott zu sprechen oder zu beten. Gänzlich nach den Grundlagen der kirchlichen Lehre leben nur gut 20 Prozent. Vor allem die Sexualmoral findet wenig Zustimmung. Die „unerlaubten Methoden“ zur Geburtenregelung haben viele (259 Nennungen) verwendet. Weil sie es nicht als Sünde empfinden, bleiben sie auch nicht der Eucharistie fern. In diesem Zusammenhang wird vielfach auf die eigene Gewissensentscheidung und die „verantwortete Elternschaft“ verwiesen, denen ja in den kirchlichen Lehrschreiben eine hohe Bedeutung zugemessen wird. Wichtig für Partnerschaft und Ehe sind den Rückmeldungen zufolge die gegenseitige Liebe, die Übernahme von Verantwortung füreinander und die Dauerhaftigkeit. Das Zusammenleben eines Paares vor der Ehe wird von vielen als „normal“ empfunden. Beim Thema wiederverheiratete Geschiedene wünschen sich die meisten einen barmherzigeren Umgang – und die Zulassung zum Empfang der Eucharistie. Begründet wird dies mit den Beispielen von Vergebung und Nicht-Verurteilung durch Jesus Christus selbst. Bezüglich gleichgeschlechtlicher Partnerschaften sind die Meinungen geteilt. Die eine Hälfte unterstützt und akzeptiert die ablehnende Haltung der Kirche zur Frage einer offiziellen Anerkennung dieser Lebensgemeinschaften, die andere Hälfte ist damit nicht einverstanden und findet sie „falsch“. Als Ehe versteht die überwiegende Zahl der Gläubigen jedoch nur die Paarbeziehung von Mann und Frau (209). Eine Segnung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften durch die Kirche kann sich ein Großteil dennoch vorstellen, ein Adoptionsrecht für diese Paare wird allerdings verneint. Von fast allen wurde die Veröffentlichung des Fragebogens begrüßt. Deutliche Kritik gab es an den Fragestellungen, die zu unverständlich und kompliziert waren. „Sehr theoretisch, nicht immer verständlich; aber sehr schön, dass die Kirche die Gläubigen fragt. Weiter so!“, lautete z. B. eine der Rückmeldungen. Bemängelt wurde auch der enge Zeitraum zum Antworten. Das Bistum hatte den vom Familienbund der Katholiken aus Bayern überarbeiteten Fragebogen im Internet zur Verfügung gestellt sowie auf Anfrage auch in gedruckter Fassung zugeschickt. Der überwiegende Teil der Rückmeldungen kam von Katholiken und Katholikinnen im Alter zwischen 40 bis 59 Jahren (160 Personen). Die Altersspanne reicht von 18 bis 89 Jahren. Der Anteil von Männern und Frauen hält sich dabei etwa die Waage (167 Frauen, 161 Männer). Geantwortet haben überwiegend Personen, die verheiratet sind und Kinder haben. Den Fragebogen hatte der Vatikan im vergangenen Oktober zur Vorbereitung einer Sondersynode zu Familienfragen, die 2014/2015 stattfinden soll, an alle Bischofskonferenzen weltweit geschickt, um einen Überblick über die Ansichten der Gläubigen zu erhalten. Die deutschen Bistümer waren gebeten worden, bis Mitte Dezember ihre Antworten zu vier Fragenkomplexen dem Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz zuzuleiten. Dieses hat die Zusammenfassung der Rückmeldungen aus den verschiedenen Bistümern an das Vorbereitungssekretariat der Bischofssynode weitergegeben und sie jetzt veröffentlicht (www.dbk.de). Im Bistum Hildesheim dienen die Ergebnisse als eine wichtige Grundlage für die Überlegungen zur seelsorglichen Begleitung und Unterstützung von Ehen und Familien. Die ausführliche Dokumentation ist in Arbeit und wird in Kürze im Internet unter www.bistum-hildesheim.de zur Verfügung stehen.

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