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ichLiebe Leser,

heute morgen, es ist Mittwoch der 12.Februar, lese ich in der Tageszeitung, ja, die lese ich jeden Morgen ausgiebig, auf der Seite „Wirtschaft“, die Überschrift >Deutsche geben so viel aus wie noch nie< und im Text „Im vergangenen Jahr stiegen die Konsumausgaben nominal um 2,5% auf 1,57 Billionen Euro...“. Ich gebe zu, ich benutze das Wort „nominal“ auch ab und zu, so gefühlsmäßig – aber da habe ich doch erst mal nachgeschlagen, was das im Zusammenhang mit Geld (Konsumausgaben, Moos, Penunse, Kohle) heißen soll. Aha, nominal heißt: Ohne Berücksichtigung der Inflationsrate. Die lag 2013 bei 1,48%. Also stiegen im Durchschnitt die Preise um diesen Prozentsatz oder andersum unser Geld wurde um diesen Satz weniger Wert. Betrachtet man das in Bezug auf Zinssätze für risikolose Geldanlagen (Sparbuch, Festgelder), die der Normalbürger bevorzugt, Ausnahme Uli Hoeneß, so ergibt sich ein negativer Real-Zinssatz für Geldanlagen mit überschaubaren Risiko. Daran wiederum ist Herr Draghi von der Europäischen Zentralbank (EZB) schuld, der bereits Mitte 2013 den sogenannten Leitzins auf 0,50 Prozent senkte (historisches Tief), um einigen europäischen Ländern wie Griechenland, Irland oder Portugal, die Kreditaufnahme zu ermöglichen. Im Oktober 2013 legte die EZB sogar nach und senkte den Leitzins auf 0,25 Prozent.


Kein Wunder also und jetzt komme ich mal auf den Punkt, dass die Deutschen ihr Geld lieber ausgeben um sich etwas Fühl- oder Erlebbares dafür anzuschaffen, als zusehen zu müssen, wie ihr mühsam Erspartes auf der Bank immer weniger wird. In Hildesheim, so scheint es, ist dieser Trend wohl noch nicht angekommen. Für den Bürger schaut es eher aus als ginge es bergab. Es wäre schon interessant zu erfahren, wie die Gewerbesteuereinnahmen aus dem Einzelhandel, Industrie und Handwerk mal ausgenommen, seit vergangenem Jahr aussehen. Der oben angeführte Artikel in meiner Tageszeitung, wurde von einem Bild der gutbesuchten hannöverschen „Ernst-August-Galerie“ begleitet. Da drängt sich unwillkürlich das Bild der Hildesheimer Arnekengalerie auf, die mittlerweile einen Leerstand von mehr als 40% haben soll, wie Ladeninhaber, die sich nicht namentlich outen wollen, berichten. Eine Vielzahl der Geschäfte würden bereits die Miete schuldig bleiben und gerüchteweise sollen Gespräche mit einem großem Billiganbieter, einer Art „1-Euro-Laden“ in Groß, laufen, der zu geringem Mietzins einziehen dürfte. Das wäre eine Bankrotterklärung an den Anspruch, den man beim Start vor zwei Jahren, noch hatte. Mit einem Lebensmittelanbieter bleibt es bei weiter unverbindlichen Gesprächen, der Nordriegel steht so gut wie leer. Ankermieter Saturn soll mit seinen Umsätzen nicht zufrieden sein. Sagt man. Gesagt wird viel. Center-Manager Fittkau hält sich meist bedeckt. Bei einem glücklosen Fußballverein würde man vielleicht den Trainer wechseln. Nützt hier aber nichts. Da kann er nichts für.

Schaut man in die Fußgängerzone oder erst recht in die Schuhstraße, mehren sich dort ebenfalls die Leerstände. Einstige Kundenströme auf der Fußgängerzone sind Strömchen in einzelne Geschäfte gewichen, die gezielt angelaufen werden, während z.B. Hannover und Braunschweig Rekorde vermelden. Kleine Geschäfte rund um die Innenstadt darben vor sich hin oder werden von der Trinkerszene belagert. „Deutsche geben so viel aus wie noch nie“ ist, so scheints, kommt in Hildesheim nicht vor. Ziehts die Hildesheimer weiterhin ins Umland? Schade eigentlich. Man stelle sich nur vor, wir hätten auch noch die „Bahnhof-Arkaden“ bekommen – im Gespräch waren bis zu 25.000 m2 Verkaufsfläche, für die Unternehmen wie Strabag, Timon, LBBW oder DIC, wie auch Rat und Verwaltung, beste Chancen gesehen hatten. Glück gehabt! Liebe Leser, nutzen Sie die Frühlingssonne, aber aufgepasst, Wetterbeobachter drohen nochmal Schnee und Frost an. Halten Sie für ihre Rosen Decken bereit. Aber freuen Sie sich aufs Angrillen. In T-Shirt und kurzer Hose. Dazu ein frisches Oettinger-Spezial

wünscht Ihr

 

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