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Die größte Prachthandschrift der englischen Romanik

DomschatzDer in der Hildesheimer Dombibliothek beheimatete Albani-Psalter, wird bis zum kommenden Jahr im J. Paul Getty Museum in Los Angeles, USA, seitenweise gezeigt. Dass das empfindliche Werk ausgestellt wird und noch dazu auf eine so weite Reise geht, ist höchst selten. In der Ausstellung „Canterbury and St. Albans: Treasures from Church and Cloister“ (Schätze aus Kirche und Kloster) werden Seiten des kostbaren Buches vom 20. September 2013 bis zum 2. Februar 2014 zusammen mit monumentalen Glasfenstern der Kathedrale von Canterbury gezeigt. Möglich ist dies, da im Jahr 2005 der Einband der Handschrift für die Erstellung eines Faksimiles - einer originalgetreuen Kopie - entfernt wurde und damit die Seiten einzeln vorliegen.


Der entfernte Einband war deutlich jünger als das Werk selbst und stammte aus dem Jahr 1936. Bis spätestens 2017 soll der ganze Albani-Psalter dann wieder neu gebunden werden und in neuem Glanz erstrahlen. Der Psalter ist bekannt für seine prächtigen, strahlenden Buchmalereien und gehört zu den schönsten und bedeutendsten mittelalterlichen Büchern. Er wurde im 12. Jahrhundert – etwa zwischen 1120 und 1145 – in der Abtei St. Alban in Hertfortshire geschaffen. Über 40 ganzseitige Miniaturen zeigen Szenen aus den Evangelien. Darüber hinaus enthält das Werk zahlreiche Heiligendarstellungen und künstlerisch wertvolle Schmuckelemente, wie etwa 200 goldverzierte Initiale. Der Albani-Psalter ist in seiner Ikonographie und Farbgestaltung einmalig und stand Pate für viele folgende Werke der Buchmalerkunst. Das Buch erhält besondere Bedeutung durch seine Verbindung mit der Einsiedlerin Christina von Markyate und dem von ihr verehrten Abt Geoffrey von St. Albans. In den Bildern der Handschrift spiegelt sich Christinas ebenso leidenschaftliche wie von tiefer Spiritualität durchdrungene Beziehung zu Geoffrey. Dadurch wird der Albani-Psalter zu einem individuellen Zeugnis zweier ungewöhnlicher Persönlichkeiten. Im 17. Jahrhundert gelangte der Psalter während der Katholikenverfolgung in England über Benediktinermönche ins Kloster Lamspringe bei Hildesheim. Als dieses im 19. Jahrhundert aufgelöst wurde, übergab man ihn der Benediktinerabtei St. Godehard in Hildesheim. Seit 1908 betreut die Hildesheimer Dombibliothek den Albani-Psalter wissenschaftlich und konservatorisch als einen ihrer größten Schätze. Der Direktor der Dombibliothek Hildesheim, Jochen Bepler, freut sich über die Ausstellung in Kalifornien: „Schon lange empfinden wir es als moralische Pflicht, die Handschrift im englischsprachigen Bereich auszustellen, wo der Albani-Psalter berühmt ist und wo so viel und fruchtbar über ihn geforscht wurde und wird.“ Darum sei man sehr glücklich, im Getty-Museum in Los Angeles einen besonders kompetenten und auch hoch angesehenen Partner gefunden zu haben, der zugleich an der wissenschaftlichen Erschließung mitarbeite. Bepler ist begeistert von der Idee der Doppel-Ausstellung mit den Glasmalereien aus Canterbury: „So wird in Los Angeles durch die intensive Auseinandersetzung mit zwei ganz außerordentlich kostbaren Werken ein umfassender Einblick in das leuchtende englische Hochmittelalter ermöglicht.“ Informationen gibt es unter: www.dombibliothek-hildesheim.de, www.getty.edu, www.bistum-hildesheim.de

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