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... für Blumen aufs Grab

BernwardstraßeIn der Bernwardstraße und „Rund um den Angoulemeplatz“, feiert man in Kürze Jubiläum. Vor zehn Jahren beschloß der Rat der Stadt Hildesheim den Umbau von Bahnhof und Bahnhofsvorplatz. In diesem Zuge sollten auch Bernwardstraße und Angoulemplatz saniert werden. Jubel in der Kaufmnannschaft. Das Tor zur Stadt war in die Jahre gekommen und hatte eine Kur nötig. Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2014 und nichts, aber auch gar nichts, ist passiert. Etliche Geschäfte machten dicht. Die Umsätze der Geschäftskleute haben sich teils halbiert. Reisende schauen nicht mal zur Seite, wenn sie diesen Teil der Fußgängerzone passieren müssen. Hildesheim beginnt für sie erst hinter dem Almstortunnel. Chronologie einer Odyssee...

Obwohl die Sonne scheint – so tot wie der Baum auf dem Foto: Auf dem Pflaster, zerbrochen, teils abgesunken, bilden sich bei Regen ganze Seen. Die Blumenrabatten im Charme der fünfziger Jahre, sind  verdreckt und ungepflegt. Bernwardstraße und Angoulemeplatz sind vergammelt

 


Bernwardstraße/Angoulemplatz feiern 10 Jahre „Neugestaltung“

Im Herbst 2004 entscheidet sich der Rat der Stadt Hildesheim mit den Stimmen von CDU, SPD und FDP, für die Pläne der Timon-Bauregie mit einer Verkaufsfläche von immerhin 13.500 Quadratmetern, die von Timon nach Protesten wenig später auf 9.500 Quadratmeter revidiert wird. Die Strabag, die 2005 als Investor einsteigt, will 35 Millionen investieren. Der Stadt Hildesheim soll es keinen Cent kosten. Sagt man. Nachdem die Strabag 2006 dem Partner Timon die Freundschaft kündigt, ist auch für die „Deutsche Immobilien Chance“ (DIC) schon per Ende 2006 die Zusammenarbeit beendet. Die LBBW Immobilien GmbH wird 2007 als Partner und Investor geködert. Das neue Konzept sieht jetzt 25.000 Quadratmeter Fläche bei einem Investitionsvolumen von 70 Millionen Euro vor. Und - für die Stadt Hildesheim stehen plötzlich über 5 Millionen anteilige Kosten im Raum. Der Stadtrat bringt den Plan Ende 2007, trotz erheblicher Einwände bei 31 zu 14 Stimmen mit SPD, CDU und diesmal dem Bündnis!, wieder auf den Weg. Die Dimensionen bringen die Bürger „auf die Palme“. Der Unmut gipfelt im Spätsommer in einer, vom Ratsherrn Dr. Eckert Sackmann (Die Grünen/B 90-ProBahnhof) initiierten, Demonstration. Die LBBW steigt aus einem 100 Millionen-Projekt beim Bahnhosbau in Münster aus. Lippenbekenntnis in Hildesheim: „Wir stehen zum Projekt.“ Im Oktober 2008 sollen die Bauarbeiten beginnen. Heiße Luft. Der Bauantrag soll spätestens im Dezember eingereicht sein. Noch heißere Luft. Zwischendurch wird der Stadtrat versch.....t verklappst. Statt der schwungvollen Ellipse als Entree´, wird nun ein nüchternes eckiges „Aquarium“ präsentiert. Bei seiner Neujahrsrede streift der Oberbürgermeister das Thema geflissentlich nur am Rande: „Die Bahn verzögert alles, aber im Februar sind fortführende Gespräche geplant!“ Die LBBW, die inzwischen unter dem finanziellen Deckmantel der Bundesrepublik Zuflucht sucht, steigt 2009 aus.

Und in der Bernwardstraße weint man still ins Taschentuch.


• 05.11.2008 Dr. Brummer schlägt vor, einen internationalen Gestaltungswettbewerb mit Hildesheims Partnerstädten für den Angoulêmeplatz durchzuführen und für den Almstortunnel neue und realistische Ideen im Rahmen eines Projektes von Studenten der HAWK entwickeln zu lassen.

25.06.2008 Die Maßnahme(n) sind mit einer Gesamtsumme von 3.060.000 EUR im städtischen Haushalt eingeplant. Darin enthalten sind Planungskosten (ab dem Jahr 2006), Kosten für den Straßenbau sowie die Sanierung der Kanalisation. Mit den Kanalbauarbeiten und den Umgestaltungsmaßnahmen soll im kommenden Jahr begonnen werden.

25.06.2008 Der Bauantrag soll am 01.10.08 eingereicht werden, der Baubeginn im Januar 2009 erfolgen, die Eröffnung ist am 04.09.2010 geplant.

18.03.2009 Auf Antrag der Gruppe FDP /BAH: Aktuelle Situation am Bahnhof: Herr Warnecke beziffert die Kosten eines Wettbewerbes auf insgesamt 14500 Euro. Alle vorliegenden Entwürfe aus dem Wettbewerb, ein Entwurf von „Hildesheim blüht auf" und der „Plan B" können im Fachbereich Stadtplanung und Stadtentwicklung eingesehen werden. Aktuell gibt es keine Information seitens des Investors LBBW zum Stand des Projektes.

31.08.2009 Die Fraktionen sind durchweg verwundert, dass der Wettbewerb noch nicht ausgeschrieben sei. Dr. Brummer erklärte er habe keine falschen Hoffnungen wecken wollen. Nunmehr soll die Ausschreibung zur Gestaltung des Angoulemeplatzes im kommenden Jahr erfolgen und in 2011 mit den Arbeiten und der Neugestaltung der Bernwardstraße begonnen werden. Allerdings gäbe es noch marodere Straßen als die Bernwardstraße und der Baubeginn könne sich dann doch aus finanziellen Gründen weiter verzögern.

30.10.2009 Meldung der Bildzeitung: Hildesheimer Bahnhof wird kein Shopping-Center Hildesheim (dpa/lni) - Der Ausbau des Hildesheimer Hauptbahnhofs zu einem Shopping-Center ist gestoppt. Die Immobilientochter der Baden-Württembergischen Landesbank (LBBW) zog sich aus dem Projekt zurück.

20. Juni 2012 Nach einhelliger Meinung des Preisgerichts gewinnen die Berliner Landschaftsarchitekten Tancredi Capatti und Matthias Staubach mit Ihrem Entwurf zur Neugestalrtung des Angoulemplatzes (Bernwardstr.), der einen kleinteiligen, ruhigen Straßenbelag vorsieht, der sich am Material der Fußgängerzone in der Almsstraße orientiert und den Angoulêmeplatz von jetzt unnötigen Einbauten befreit, um ihn damit multifunktional sowohl für städtische, als auch für Veranstaltungen der anliegenden Kaufleute nutzbar zu machen. Der Wettbewerb kostete, einschließlich der Preisgelder für die ersten 3 Plätze, 30.000 Euro. Später wird befunden, dass der Entwurf nicht umgesetzt werden wird.

• 15. Juni 2013 Wegen des Zukunftsvertrages und fehlender Mittel wird der Umbau des Angoulemplatzes (Bernwardstraße) auf 2016 verschoben. Doch die Bahn beginnt mit Arbeiten am Bahnhof. 20. Juni 2013 Erster Spatenstich von Oberbürgermeister Kurt Machens & Co.. Der Umbau zu einem modernem Busbahnhof beginnt und soll im Mai 2014 abgeschlossen sein. Am Angoulemplatz wird nichts geschehen.

15. Januar 2014 Immerhin, der Rat der Stadt Hildesheim stellt 5000,- Euro für sofortige kosmetische Maßnahmen, namentlich die Verschönerung der Blumenkästen, in den Haushalt ein.

Februar 2014 Heinz Habenicht, Berichsleiter „Grün“ der Stadt Hildesheim, kündigt an, die bewilligten 5000,- Euro erst 2015 im Zuge des Stadtjubiläums einsetzen zu wollen, da für nächstes Jahr sonst keine Mittel zur Verfügung ständen um zum Fest die besagte Region „aufzuhübschen“.

05.03.2014 In einer Pressemitteilung der Ratsfraktionen der SPD und Grünen wird dem Ansinnen von Habenicht wiedersprochen: Die Bernwardstraße ist in der Tat in keinem schönen Zustand, aber genau deshalb haben wir ja 5000 Euro für Verschönerungsmaßnahmen im Jahre 2014 zur Verfügung gestellt, erklären die finanzpolitischen Sprecher Volker Spieth (Grüne) und Detlef Hansen (SPD) gegenüber der Öffentlichkeit. Anderslautende von Herrn Habenicht getroffene Aussagen sind falsch. Dieses hat Volker Spieth in einem Telefonat mit dem Fachbereichsleiter angesprochen. Vielmehr werde das Geld in diesem Jahr eingesetzt, um den Zustand der Bernwardstraße ein wenig verschönern zu können. Gleichzeitig wirbt Detlef Hansen um Verständnis, dass die Fußgängerzone in diesem Bereich erst 2016 erneuert werden kann, die Mittel der Stadt sein wegen des Zukunftsvertrages eben begrenzt. Nach Rücksprache mit den Anliegern werden kleinere Verbesserungen umgehend zu erreichen sein. Die Bernwardstraße jubelt: „Blumen, Blumen.“

13.03.2014 Die Bauarbeiten am ZOB schreiten gut voran: In Kürze kann mit dem Baufeld zwischen der Hannoverschen Straße und der Bahnhofsallee sowie einem Teil der Bernwardstraße (!) begonnen werden. Dafür ist eine Änderung der Verkehrsführung erforderlich. Derweil schließt ein weiteres Geschäft in der Bernwardstraße und beim angekündigten Teil der Bernwardstraße an dem gearbeitet wird/werden soll handelt es sich um ein paar Meter im Eingangsbereich. Aber der Almstortunnel soll wirklich zugemacht werden (!!!). Und die Blumenkübel sollen ebenfalls zeitnah neu bepflanzt werden. Na, da wird schon wieder gejubelt und eine Megaparty rund um den Angoulemeplatz steht ins Haus (Grins).

Und die Anrainer weinen weiter heimlich in ihr Taschentuch.

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