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„Wir fluten jetzt“, meldet Oberstleutnant Harald Jäger

Der Rest wurde Geschichte

In der Nacht vom 09. November 1989 wird in Deutschland Geschichte geschrieben. Am Berliner Ost-Grenzübergang Bornholmerstraße versammeln sich Tausende DDR Bürger und wollen in den Westen reisen. Der Druck wird schließlich so groß, dass Oberstleutnant Harald Jäger eigenmächtig beschließt, den Schlagbaum zu öffnen. Ab jetzt sind die Massen nicht mehr aufzuhalten - ein besonderer Moment für die Geschichte Deutschlands. Das Bild dieser Nacht ging um die Welt. In der aktuellen Kodak-Moment-Kampagne werden Konsumenten aufgefordert, ihre eigenen besonderen Bilder mit anderen auf www.kodakmoments.de zu teilen.


Niemals hätte Harald Jäger es für möglich gehalten, dass ausgerechnet er zum Untergang der DDR beitragen würde - jenem Staat, dem er sein Leben lang gedient hatte, an den er glaubte, den er liebte, allen Ungereimtheiten zum Trotz, die auch ihm nicht entgangen waren. Der 46-Jährige ist seit 25 Jahren beim Ministerium für Staatssicherheit (MfS) und mittlerweile Oberstleutnant. Als stellvertretender Leiter der Grenzübergangsstelle Bornholmer Straße trägt er jedoch als Tarnung die Uniform der Volksarmee. Das SED-Regime steht seit Wochen unter Druck. Zehntausende sind bereits in den Westen geflohen. Der 9. November 1989 vergeht zunächst ohne besondere Vorkommnisse. Bis um 19.00 Uhr Politbüromitglied Günter Schabowski am Ende einer Pressekonferenz fahrig und stotternd verkündet, dass ein neues Gesetz ab sofort „Privatreisen“ in den Westen erlaube. Jäger stürzt ins Büro und greift zum Telefon. Was nun zu tun sei, will er von seinem Vorgesetzten wissen. „Nichts“, lautet die Antwort, „wenn Leute kommen, schick sie zurück.“ Millionen DDR Bürger haben Schabowskis Äußerungen live verfolgt. Eine Viertelstunde später stehen die ersten an der Bornholmer Straße, um 20.30 Uhr stauen sich dort bereits Tausende. Vergeblich wartet Jäger auf Befehle seiner Dienststelle. Die Menschen rücken näher, die Absperrgitter biegen sich unter dem Ansturm. Die Lautesten rüberlassen, aber nicht wieder rein, heißt es schließlich aus der Stasi-Zentrale. Doch die „Ventillösung“ beruhigt die Lage nur vorübergehend. Es ist 23.30 Uhr. Aber noch immer gibt es keine klaren Worte von oben. „Macht den Schlagbaum auf!“, brüllt Jäger schließlich. „Wir fluten jetzt“, lautet die Meldung an die Zentrale. Was dann kommt, ist Geschichte.

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