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„Inklusion muss gelebt werden.“ 

Diakonie„Inklusion ist kein Zustand, sondern muss gelebt werden“, sagte Pastor Friedhelm Feldkamp bei der Einweihung des neuen Wohnbereichs der Diakonie Himmelsthür am Angoulêmeplatz. Seit Mai dieses Jahres leben hier 20 Kunden und Kundinnen der Diakonie Himmelsthür in Einzelappartements, Zweier-Wohngemeinschaften und einer Sechser-WG. Sie sind vom abgelegenen Haus Jungborn mitten in die Stadt gezogen. Es sei eigentlich die feierliche Einweihung von etwas ganz Normalem, sagte Judith Hoffmann, Regionalgeschäftsführerin der Diakonie Himmelsthür. Sie begrüßte gemeinsam mit Wolfgang Schwabe, Sprecher des Heimbeirates, die Gäste zur Einweihung. Die fand im Innenhof zwischen den beiden Häusern statt, die zum neuen Wohnbereich gehören.


Etwa eineinhalb Jahre hätten Planungen und Umbau bis zum Einzug im Mai gedauert, erklärte Fachbereichsleiter Carsten Wirges. In den Gebäuden war früher eine radiologische Arztpraxis untergebracht. Die Hauseigentümer übernahmen den Umbau des Hauses, das sie langfristig an die Diakonie Himmelsthür vermietet haben. Die Innenaufteilung der Häuser konnte ganz nach den Bedürfnissen der neuen Bewohner gestaltet werden.

Es gibt einen Fahrstuhl und die Einrichtung der Wohnungen ist so großzügig gestaltet, dass alle Räume problemlos mit einem Rollstuhl zu nutzen sind. In den Wohngemeinschaften gibt es jeweils ein gemeinsames Wohnzimmer und dazu ein eigenes Zimmer für jeden Bewohner und jede Bewohnerin. Die Einzelappartements bestehen aus einem großen Raum, in dem Küchenzeile, Sitzecke, Esstisch und Bett Platz finden. Zu den Wohnungen gehören zum Teil große Balkons oder sie haben Zugang zu Terrasse und Garten. Es gibt außerdem ein Büro für die 17 Mitarbeiter der Diakonie Himmelsthür, die sich im Schichtdienst abwechseln. Für die Innenausstattung und Möblierung der Wohnungen steuerte die Aktion Mensch einen Zuschuss von 45.000 Euro bei.

Im Dezember, so Carsten Wirges, werden Wohnungen für weitere vier Kundinnen und Kunden fertiggestellt sein. Drei Wohnungen in dem Gebäude werden von Studenten bewohnt. Seit dem Einzug im Mai haben die neuen Mieterinnen und Mieter bereits Kontakte zu den Nachbarinnen und Nachbarn und den nah gelegenen Geschäften aufgenommen. Um auf die Menschen in der Innenstadt zuzugehen, hat in dem Haus Angoulêmeplatz 1b die Fahrradwerkstatt „Lichtblick“ eröffnet. Hier reparieren ein Mitarbeiter und zwei Kunden der Diakonie Himmelsthür gegen ein kleines Entgelt Fahrräder. Das brachte Oberbürgermeister Kurt Machens offenbar auf eine Idee.

Er machte den Vorschlag, die Diakonie Himmelsthür und die Bewohner und Bewohnerinnen des Hauses an einer Verschönerung des Angoulêmeplatzes zu beteiligen. Der Umbau dieses Platzes sei ja bis nach dem Stadtjubiläum verschoben worden, doch solle er vorher wenigstens ansehnlicher gestaltet werden: „Da bitte ich um Ihre Mitarbeit.“ Die eigentliche Einweihung des Wohnquartiers nahm der Direktor der Diakonie Himmelsthür, Pastor Ulrich Stoebe, vor. Der Umzug in die Innenstadt und in eigenständige Wohnungen sei ein erster Schritt zur Inklusion, sagte Pastor Stoebe.

Das Ziel sei längst nicht erreicht, aber jeder Schritt zähle. Volker Hehenkamp, Ortsbürgermeister der Stadtmitte/Neustadt hieß die neuen Bürger und Bürgerinnen des Viertels willkommen. Es sei erfreulich, dass ein Leerstand beseitigt und mit der Diakonie Himmelsthür ein weiterer Partner für die Entwicklung der Innenstadt gefunden sei. Die Entwicklung von Menschen, so führte Prof. Dr. Werner Greve von der Universität Hildesheim in seinem Fachvortrag aus, verlaufe individuell verschieden. Zwar könne sich ein Mensch selbst zur Veränderung entschließen, stoße dabei aber an Grenzen, sei es durch Begabung, körperliche Fähigkeiten oder kulturelles Umfeld. „Jeder hat diese Grenzen, sie sind nur bei jedem anders. Wenn ich das verstanden habe, ist Inklusion keine Illusion.“ Die Gäste der von Musik begleiteten Einweihungsfeier hatten nach den Grußworten und der symbolischen Schlüsselübergabe Gelegenheit, die Wohnungen zu besichtigen. Einige der Bewohnerinnen und Bewohner hatten sich bereit erklärt, ihre Zimmer für die Gäste zu öffnen.

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