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Die Schönheitsfehler bleiben überschaubar

Stadtfest Hildesia 2013Die traditionellen Veranstaltungen der Hildesheimer Schützengesellschaft von 1367 (HSG) und der Junggesellenkompanie Hildesheim von 1831 e.V. (JGK), standen im Mittelpunkt des neuen „Hildesia“- Stadtfestes. Die Vesper, gut geplant, aber durch einen überforderten Service „gekippt“, kann besser werden. Der Umzug knüpfte nahtlos an die gut gelungenen Veranstaltungen der vergangenen Jahre an. Das Konzept des Stadtfestes, insbesondere unter Berücksichtigung eingeschränkter Finanzen, verdient Lob. Die Umsetzung hatte, wie beim ersten Mal zu erwarten, Ecken und Kanten. Jugendliche und junge Erwachsene waren nicht einbezogen – kein Schützenfestersatz, aber schön.

 

Stadtfest Hildesia 2013

 

Das traditionelle Schützenfest, zu letzt an der Pappelallee angesiedelt, wurde im vergangenen Jahr ersatzlos gestrichen. Anstatt, wurde zu diesem Termin in diesem Jahr erstmals ein „Hildesia-Stadtfest“ organisiert, in das die traditionellen Veranstaltungen der Schützen, die Vesper und der Schützenumzug, maßgeblich integriert wurde.

Das Programm aus den Aktionen von HSG

Stadtfest Hildesia 2013

und JGK, einem Straßenvarieté mit Akrobaten, Musikern und Gauklern, ein nostalgischer Jahrmarkt mit Fahrgeschäften aus den 30-er und 40-er Jahren, eine urige „Lilienwirtschaft“ mit echten Almhütten sowie eine Bürgermeile sollten vom 13. bis 16. Juni für Begeisterung sorgen. Die traditionelle Schützenvesper wurde erstmalig im Rathaus abgehalten. Das neue Konzept ging weitgehend auf. Große Probleme hatte allerdings der Gastronom, der mit der kulinarischen Versorgung beauftragt war.Stadtfest Hildesia 2013

Kritikpunkte: Zuwenig Personal, nur mittlere Qualität, langsamer Service bei den Getränken.

Bereits einen Tag vor der offiziellen Eröffnung des Hildesia-Stadtfestes, konnten sich insbesondere Familien auf dem nostalgischen Jahrmarkt von Pascal Raviol vergnügen. Auf den handgeschnitzten hölzernen Pferden drehten Kinder gerne ein paar Runden. Die Wahrsagerin wurde sogar von einigen Gästen doppelt aufgesucht. Auch der Flohzirkus kam sehr gut an.

Stadtfest Hildesia 2013Veranstalter Pascal Raviol auf Anfrage in der vergangenen Woche: „Das Publikumsinteresse war verhalten. Insbesondere hätten wir gern ein paar mehr Schützen bei uns gesehen. Es war ein Anfang. Wenn die Verantwortlichen es möchten, versuchen wir es im kommenden Jahr gern noch einmal!“

Bei den Platzkonzerten, dem „Maigrafen-Trunk“ und der großen Siegerehrung vor dem Schützenumzug, bekam man auf dem Marktplatz „kein Bein an die Erde“. Nicht nur die Teilnehmer am Umzug sondern auch hunderte Hildesheimer Bürgerinnen und Bürger waren gekommen um den Auftakt des Schützenausmarsches mitzuerleben. Die Vorsitzenden der beiden großen Schützenvereine Ansgar Lehne (HSG) und Wolfgang Almstedt (JGK), wurden von Oberbürgermeister Kurt Machens, für Stadtfest Hildesia 2013ihre Verdienste, die Traditionen des Schützenwesens zeitgemäß in das neue Stadtfest zu integrieren, mit dem Kreuzbrakteaten der Stadt Hildesheim geehrt. Vom Marktplatz aus marschierte schließlich die fröhliche Truppe des Umzuges mit etwa 2.250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, rund zwei Stunden durch die Innenstadt und verteilte auf ihrem Weg jede Menge Süßigkeiten. Angeführt wurde der Umzug von der Stadtpatronin Hildesia, in Person von Insa Bandemer von Hildesheim Marketing (mit Kränzchen, in Jeans, Shirt und Sakko). Hier hätte man den nostalgischen Anspruch des Festes, auffälliger in Szene setzen und der „Hildesia“ ein historisches Gewand, vielleicht aus dem Fundus des Stadttheaters, spendieren können. Ihre Begleitung jedenfalls, eine fünfköpfige „Stadtwache“, war mit Kostümen und Stadtfest Hildesia 2013historischen Waffen, dem Motto gemäß ausstaffiert. Die Organisation und Zugleitung lag, wie in den vergangenen Jahren, in den bewährten Händen von Jürgen Breymann (JGK) und Klemens Danielzik (HSG). Tausende von Zuschauern standen an den Straßen und honorierten den Auftritt der teilnehmenden Gruppen, Vereine und Musikzüge, immer wieder mit spontanem Beifall.

Auf der Bürgermeile am Samstag stellten sich Gruppen und Vereine mit Aktions- und Informationsständen vor. Rund 50 Vereine, Organisationen und Institutionen konnten an diesem Tag erkundet werden. Besonders beliebt waren die Auftritte der Musikschule Hildesheim. Leider blieb mancher Stand mager besucht, weil teils Speis’ und Trank im Umfeld fehlte, teils die „Meile“ arg auseinandergezogen stand und die Besucher nicht immer erkennen Stadtfest Hildesia 2013konnten, ob es sich um „Bürgermeilen“-Stände handelte.

Beim Straßenvarieté auf dem Marktplatz brachten rund 70 Künstlerinnen und Künstler das Publikum zum Lachen oder erstaunten es mit akrobatischen Leistungen. Die einzelnen Künstler kündigten sich selbst an und sorgten somit für einen fließenden Übergang im Programm. Die weiteste Gruppe reiste aus Schweden an. „Der Besuch!“ mischte das Publikum ordentlich auf. Die Künstler waren meist schnell von Zuschauern umringt.

Erhöhte Retro-Sofas rund um den Brunnen und Sitzwürfel aus Europaletten, bespannt mit Kunstgras, boten den Zuschauern Platz, um die einzelnen Darbietungen zu verfolgen und waren ein Lieblingsmotiv zahlreicher „Handy-Fotografen“.

Auf dem Marktplatz und dem Platz An der Lilie sorgte man an fünf Almhütten aus 200 Jahre altem Holz, mit Südtiroler Spezialitäten für das leibliche Wohl der Gäste. Eine „Bayern“-Kapelle unterhielt live die Besucher. Das stimmige Ambiente wurde dabei von einem billigen Pavillon, gedacht als Regenschutz für die Musiker, empfindlich gestört. Das „Bürgerschießen“ mit dem ungefährlichen Lichtpunktgewehr, beaufsichtigt von geschulten Schützen beider Korporationen, war stets umlagert.

Am Sonntag radelten etwa 50 Teilnehmer, elegant gekleidet, teils mit Oldtimer-Fahrrädern beim „Tweed Ride“ vom Andreasplatz bis zur Domäne Marienburg. Nach einem entspannten Picknick ging es zurück zum Marktplatz. Einen bleibenden Eindruck hinterließ eine Fahrt in der historischen Postkutsche. An drei Tagen rollte die Kutsche durch die Stadt und sorgte, voll beladen, für ein schönes Bild in der Innenstadt.

„Aus unserer Sicht war die Premiere des Hildesia-Stadtfestes ein voller Erfolg. Es war ein anderes, aber feines Fest. Die Schützentradition ist wieder in der Innenstadt und damit im Herzen der Stadt angekommen“, so resümierte Ansgar Lehne, erster Vorsitzender der Hildesheimer Schützengesellschaft von 1367 euphorisch. Die Zusammenarbeit mit der Marketinggesellschaft habe sehr gut funktioniert, ergänzt Wolfgang Almstedt, erster Vorsitzender der Hildesheimer Junggesellenkompanie von 1831. Marketing-Chef Lothar Meyer-Mertel zeigte sich ebenfalls zufrieden mit dem Ergebnis: „Das, was wir den Besucherinnen und Besuchern bieten wollten, haben wir erreicht: ein ansprechendes und niveauvolles Fest.“ „Nach allem, was wir wissen, haben auch die Beschicker des Festes ein positives Resümee gezogen und wollen wiederkommen.“, freute sich Boris Böcker, Leiter Citymanagement und Event bei Hildesheim Marketing. „Jetzt gilt es aber erst einmal im Gespräch mit den Beteiligten das gesamte Fest in den Details auszuwerten und zu sehen, was funktioniert hat und was nicht. Dann wird man entscheiden können, in welcher Form das Hildesia-Stadtfest in den Folgejahren veranstaltet werden wird“, so Meyer-Mertel.

Fazit: Ein Ersatz für das Schützenfest war das Stadtfest nicht. Das sollte es nicht sein und konnte man auch nicht erwarten. Im Rahmen dessen was man sich leisten konnte, war das Konzept stimmig. Allerdings wurden Belange von Jugendlichen und jungen Erwachsenen so gut wie nicht berücksichtigt. Das Ergebnis war ein Fest für Familien, gestandenem Mittelalter und Senioren. Es könnte bis zum Stadtjubiläum 2015 ein richtig schönes, rundes Fest werden, wenn Anlaufschwierigkeiten beseitigt und die Konzeption weiter den Wünschen des Publikums angepasst würde. Straßenkunst, -theater und -artistik, waren ein schöner Bestandteil des Angebotes auf dem Marktplatz und funktionierte selbst bei den

Stadtfest Hildesia 2013

„drögen“ Hildesheimern. Die Schwierigkeiten bei der Vesper waren kaum den Organi-satoren anzulasten und können behoben werden. Der Schützenfestumzug war wie immer schön, bunt, laut, lustig und gut organisiert. Einer „Hildesia“ als Patronin, hätte man, gerade unter derm Aspekt „Nostalgie“, ein entsprechendes Kostüm gewünscht. Die Entscheidung keine riesigen und nur werblich ausgerichtete Festwagen zuzulassen war richtig.

Stadtfest Hildesia 2013

Liebe Leser, in unserer Printausgabe, die am kommenden Sonnabend erscheint, ist versehentlich eine nicht korrigierte Fassung dieses Beitrags erschienen. Wir bitten um Entschuldigung. Ihre Online-Redaktion

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