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Liebe Leserinnen und Leser,

muss ich jetzt auch „Charlie“ sein? „Je suis Charlie“? Lieber nicht. Wenn Leute „Je suis Charlie“ für sich vereinnahmen, die bei anderen die Ausübung ihrer Relegion verbieten wollen, die entscheiden wollen, wer Platz hat in Deutschland, die entscheiden wollen wer raus muss aus Deutschland, die mir vorschreiben wollen wie ich „Charlie“ zu sein habe, dann bin ich lieber nicht „Charlie“. Dann bin ich lieber „Je suis Ahmet“ und bedauere den Tod des völlig grundlos erschossenen Polizisten. Dann bin ich lieber bei den Familien der 12 toten Redakteure, die, vermutlich völlig fassungslos ob der für sie Sinnlosigkeit der Greueltaten, ihre Männer oder Kinder beweinen.


Wenn Karikaturen Selbstzweck werden um das eigene Gutmenschentum mit „Je suis Charlie“, stolz nach außen zu tragen – dann bin ich nicht „Charlie“. Natürlich gehören Karikaturen zur Pressefreiheit. Eine demokratische Gemeinschaft muss das ertragen oder darf sie bejubeln. Aber eine demokratische Gemeinschaft hat auch Respekt vor Relegionen. Deshalb haben große Zeitschriften die Karikaturen nicht abgedruckt. Ob aus Angst vor Terroranschlägen oder aus Respekt vor Andersgläubigen – auch das ist egal in einer Demokratie. Man kann, aber man muss nicht. Wenn die deutsche Satire-Zeitschrift „Titanic“ den Papst in urinbesudelter Soutane auf das Titelblatt bringt, dann darf sie das. Ich fand das respektlos. Geschäftemacher verkaufen bereits die letzten Ausgaben von „Charlie Hebdo“ für horrende Summen. Bereits am Tage des Attentats versuchten üble Charaktere „Je suis Charlie“ bei den französischen Behörden als Wortmarke (Patent) eintragen zu lassen. Man hat „Je suis Charlie“ zum Allgemeinplatz gemacht. Frau Merkel, „Pegida“, Grüne, Schwarze, Rote und Gelbe – alle sind „Charlie“. Jeder irgendwie anders. Da haben es die Karikaturisten und Satiriker künftig schwer. Wie wollen sie das noch toppen? Ich wäre ja gern „Charlie“ gewesen, aber man hat mir keinen übrig gelassen.

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03.02.2018 - 00:01 Uhr

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