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Dr. Ingo Meyer: „Für Radikalismus ist in Hildesheim kein Platz!“

Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer konnte am letzten Sonntagvormittag zum traditionellen Neujahrsempfang der Stadt Hildesheim rund 450 Vertreterinnen und Vertreter des öffentlichen Lebens im Rathaus empfangen. Im Vorfeld wurde beteiert, die Einladungsliste im Vergleich zum Vorjahr nicht selektiert zu haben. Ist dem so gewesen, so blieb gefühlt ein Drittel der Geladenen der Veranstaltung fern. Im vergangenen Jahr herrschte ein wesentlich größeres Gedränge. In seiner Neujahrsrede wünschte sich Dr. Meyer insbesondere auch auf das gerade begonnene Jubiläumsjahr, dass die Hildesheimerinnen und Hildesheimer ihren Fokus mehr auf die positiven Eigenschaften der Stadt legen und diese selbstbewusst über die Grenzen Hildesheims hinaus transportieren: „Unsere schöne und faszinierende Stadt verfügt über eine große Anzahl kleiner und großer Juwelen, die es wert sind entdeckt zu werden. Hildesheim kann stolz sein auf 1200 Jahre Stadtgeschichte – darauf aufbauend wünsche ich mir für die Zukunft wieder ein größeres Selbstbewusstsein, mehr Zuversicht und die Fähigkeit, die Stadt positiv weiterzuentwickeln. Wir alle sind aufgefordert, wieder mehr das Positive in unserer Stadt zu erkennen und sich darüber zu freuen und zu sprechen, anstatt mit teils gesenktem Haupt alles schlecht zu reden. Wir haben eine großartige Stadt und erst recht eine bedeutende Stadtgeschichte. Dessen werden wir uns während unseres Stadt- und Bistumsjubiläums sicher wieder bewusst werden.“


Mit dem Stadtjubiläum verband der Oberbürgermeister die Hoffnung, die Stadtgesellschaft werde weiter zusammenwachsen – jeder könne daran teilhaben: „Bringen Sie sich aktiv ein, machen Sie mit, freuen Sie sich auf die über 200 Veranstaltungen!“ Selbstverständlich werde es – gerade am Tag der Niedersachsen – auch zu Einschränkungenkommen. Zum Beispiel im Straßenverkehr und an der einen oder anderen Stelle werde es etwas lauter zugehen. Dies dürfe aber nicht im Vordergrund stehen: „Das ist wichtig, denn kein anderes Ereignis ermöglicht es uns so gut, unsere Stadt überregional zu präsentieren un d für sie zu werben.“ Dr. Meyer dachte in seiner Rede jedoch auch an die Menschen, denen es nicht so gut geht und die daher wenig Grund zum Feiern haben wie die zahlreichen Flüchtlinge aus den Krisenregionen unserer Welt. „Ich halte es für unsere Pflicht, diese Menschen aufzunehmen und sie für die Dauer ihres Aufenthaltes in Deutschland würdig zu empfangen und zu behandeln“, so Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer zur Situation von Flüchtlingen aus Krisengebieten mit Terror, Not und Krieg. „Mein herzlicher Dank gilt an dieser Stelle all denen, die in vorbildlicher und meist ehrenamtlicher Weise helfen, die damit verbundenen Herausforderungen zum Wohle aller zu bewältigen.“ Mit Blick auf die aktuellen Terroranschläge von Paris und die PEGIDA-Bewegung sagte der OB: „Wenn man die Nachrichten der letzten Monate in dieser Richtung einschließlich der Anschläge in Paris betrachtet, kann man nachvollziehen, dass sich Menschen Sorgen machen. Dennoch dürfen wir Menschen anderer Herkunft, anderen Glaubens oder anderer Hautfarbe nicht ins Abseits stellen oder etwa in Sippenhaft nehmen. Sie sind Teil unserer Gesellschaft und das ist auch gut so! Wir müssen klar zwischen Islam und Islamismus trennen.“ In Hildesheim sei für Radikalismus jedweder Art kein Platz. Selbstverständlich durfte in der Rede vor dem Hintergrund des Zukunftsvertrages das vieles beherrschende Thema „Finanzen“ nicht fehlen: „Die Haushaltskonsolidierung bleibt daher das oberste Gebot, wobei dies mit Augenmaß geschehen muss und wir gerade auch bei unserer Infrastruktur langfristig denken müssen. Wir haben das erste Jahr des Zukunftsvertrages hinter uns, neun Jahre liegen noch vor uns. Wir sind auf einem guten Weg, haben aus eigener Kraft sieben Millionen Euro Schulden bei den Kassenkrediten abgebaut – zusätzlich zu den 130 Millionen, die das Land über­nommen hat. Darauf bin ich schon ein wenig stolz, das ist ein Erfolg.“ Trotz der angespannten Haushaltslage sei es 2014 gelungen, die Zukunft wichtiger kultureller Einrichtungen wie des TfN oder der Musikschule zu sichern. Auch in puncto „Familienfreundlichkeit“ werde mit der beschlossenen Absenkung der Kita-Entgelte ein weiterer Schritt in die richtige Richtung vollzogen.


 Harsche Kritik zur Kreisumlage an die Adresse

von Landrat Reiner Wegner

Völlig inakzeptabel sei dagegen die geplante Erhöhung der Kreisumlage. Hier übte der Oberbürgermeister deutliche Kritik an der Vorgehensweise des Landkreises. Mit Hochdruck werde in der Stadtverwaltung derzeit an einem Schulsanierungsprogramm und der Sportentwicklungsplanung gearbeitet. Auch die Umsetzung der Pläne für die Gestaltung des Mackensengeländes und die Betriebskita seien auf den Weg gebracht. Weitere wichtige Themen, die der Oberbürgermeister in seiner Rede streifte, waren der dritte Autobahnanschluss, die Entwicklung der Gewerbefläche „Nördlich der Landebahn“, die Bedeutung des Stichkanalausbaus, der Hochwasserschutz, die Zukunft des Wasserparadieses, das Welcome-Center sowie die „Skulptur des Glaubens“, die zum Auftakt der 1200-Jahr-Feier auf dem nördlichen Andreasplatz erstehen wird. Gegen Ende der Rede dankte Dr. Meyer den Ratsmitgliedern für die konstruktive Zusammenarbeit, den Bürgerinnen und Bürgern für ihr herausragendes bürgerschaftliches Engagement, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung für die engagierte Arbeit der vergangenen zwölf Monate und den Sponsoren und Mitwirkenden des Neujahrsempfangs. Künstlerisch umrahmt wurde der abwechslungsreiche Vormittag von Kathryn Bulitho und Levente György vom TfN, dem Duo „Deja Nero“ (Karin Fischer und Detlev Kraatz), dem Forum KUNST und KULTUR Heersum und Kaja Stürmer.

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