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„Darf ich bitte mal Ihren Ausweis sehen?“

Bei Teastkäufen wurde in 9 Läden hochprozentiger Alkohol an 15-jährige Jugendliche abgegebenDiesen Satz haben (hoffentlich) schon viele junge Menschen an der Kasse gehört, als sie Alkohol kaufen wollten. Die Abgabe und der Verzehr von Alkohol an Jugendliche sind eindeutig in § 9 des Jugendschutzgesetzes geregelt. Der Gesetzestext hängt an den Regalen oder an der Kasse aus. Unter 16 Jahren darf gar kein Alkohol gekauft oder getrunken werden, Bier und Wein ab 16 Jahren, Branntwein oder branntweinhaltige Getränke ab 18 Jahren. Soweit die Theorie. Die Praxis sieht leider anders aus: In Hildesheim wurden 2013 insgesamt 81 Jugendliche in Stadt und Landkreis wegen einer akuten Alkoholintoxikation stationär in einem Krankenhaus aufgenommen. Hauptsächlich wurde Alkohol getrunken, der erst ab 18 Jahren erworben werden darf.


Testkäufe belegen, dass es nicht schwierig ist, als Jugendliche/r Alkohol zu kaufen. Im Landkreis Hildesheim wurden im Oktober in vier Ortschaften Alkoholtestkäufe vorgenommen. Von insgesamt 19 Testkäufen in Supermärkten und Tankstellen konnten die TestkäuferInnen im Alter von 15 Jahren leider sechsmal Alkohol erwerben, welcher erst ab 18 Jahren freigegeben war. In diesen Fällen wurde von Seiten des Landkreises Hildesheim ein Bußgeldverfahren gegen die Verkäuferin bzw. den Verkäufer eingeleitet. In der Stadt Hildesheim gab es 16 Testkäufe in Supermärkten, Kiosken und Tankstellen: Neunmal haben die jugendlichen TestkäuferInnen Alkohol bekommen, den sie nicht hätten kaufen dürfen und das zum Teil trotz Vorlage des Ausweises! „Es ist nicht zu akzeptieren, dass Alkoholverkäufe an Jugendliche liberal betrachtet werden“, sagt Stadtjugendpfleger Jörg Aschemann, der die Hildesheimer Testkäufe begleitet hat. In den betreffenden Geschäften wurde zunächst eine Verwarnung ausgesprochen, im Wiederholungsfall ist dann ein Bußgeld möglich. Die Erfahrungen aus den Testkäufen, an denen auch die Polizeiinspektion Hildesheim beteiligt war, konnten kurz darauf an BerufsschülerIinnen der Friedrich-List-Schule weitergegeben werden. Dies geschah im Rahmen von „HaLT“-Schulungen (Hart am LimiT), einem Alkoholpräventionsprojekt der Kreis- und Stadtjugendpflege. Friederike Eike, Sozialpädagogin der Region Hannover, schulte Auszubildende aus neun Klassen. Dabei ging es unter anderem um Fragen wie „Worauf müssen KassiererInnen in Sachen Jugendschutz achten, wenn sie an der Kasse sitzen?“, „Wie lässt sich schnell herausfinden, welches Produkt ab welchem Alter gekauft werden darf?“, „Welches Verhalten ist bei größeren Gruppen an der Kasse hilfreich?“.

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