Der freche Monatsanzeiger mit Informationen, Unterhaltung, Tipps, Trends,
Terminen und Inserationen aus Stadt und Land Hildesheim

31134 Hildesheim • Telefon: 0 51 21/2 04 07 33 • E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Hildesheimer Jungfrau fängt feindliche Kugeln mit ihrer Schürze auf

Vor uralten Zeiten hat die Hildesheimer Jungfrau wirklich gelebt. Sie war ein reiches und schönes Edelfräulein, das die Fürsten und Grafen der Gegend gerne zur Frau gehabt hätten. Doch aus ihnen machte sie sich nichts. Heimlich verlobte sie sich mit einem schönen und braven jungen Ritter. Dieser war bei einem Fürsten im Dienst, der die Jungfrau selber gerne heiraten wollte. Es hätte dem Ritter schlimm ergehen können, wenn der Fürst gemerkt hätte, dass die Jungfer den Ritter lieber hatte als ihn. Deshalb mussten sich die Liebenden heimlich im großen, dunklen Hildesheimer Wald treffen. Eines Tages ging das Fräulein wieder in den Wald und suchte die große Linde auf, wo ihr Bräutigam tagtäglich saß und auf sie wartete.

 


Die Jungfrau war noch nicht bei dem Baum angekommen, als ein schlimmes Gewitter über sie hereinbrach. Als nun die zu Tode geängstigte und durchnässte Jungfer endlich bei der Linde ankam, da zeigte ihr ein heller Blitz ihren Ritter, wie er kalt und leblos auf dem grünen, feuchten Moose lag, - ein Blitz hatte ihn getroffen! Sie weinte und schrie, zerraufte ihr schönes Haar und lief wie irrsinnig immer tiefer in den düsteren Wald hinein. Einen ganzen Tag mochte sie so umhergelaufen sein, als sie ermattet unter einem wilden Rosenbusch niedersank und einschlief. Im Traum erschien ihr die tröstend die Mutter Gottes. Gestärkt machte sich die Jungfrau auf den Heimweg, aber da war kein Weg zu sehen und keine menschliche Stimme zu hören. Nur das Geheul der Bären und Wölfe drang an ihr Ohr. "Verlass mich nicht, heilige Mutter Gottes, in dieser Not", rief die todmüde Jungfer, "ich will auch mein Gut und Leben Gott geloben!" Kaum hatte sie das gesagt, da hörte sie in weiter Ferne eine Glocke, die rief ihr zu: "Kehr wieder! Kehr wieder!" So fand das Edelfräulein wieder nach Hause zurück. Sie hielt ihr Versprechen und beschenkte Kirchen und Klöster. Den Bürgern der Stadt schenkte sie den ganzen Hildesheimer Wald. Der Festungsturm, auf dem die rettende Glocke hing, heißt seitdem Kehrwiederturm. Die Glocke wurde geweiht und in der Lambertikirche aufgehängt. Sie sollte an bestimmten Tagen im Jahr eine ganze Stunde geläutet werden, damit andere Wanderer immer wieder nach Hause finden. Einmal missachtete ein fremder König die Gebote der Jungfrau und in Lamberti spukte es so lange auf rätselhafte Weise bis die Glocke wieder geläutet wurde. Man erzählt sich immer noch, dass die Jungfrau ihre Vaterstadt so lieb hatte, dass sie sich auf den Kehrwiederwall stellte und feindliche Kugeln mit ihrer Schürze auffing, wenn die Stadt beschossen wurde. So hat sie es im Dreißigjährigen Krieg gemacht, sonst wäre von der Stadt nichts mehr übrig geblieben.


Kommentar hinzufügen

Kommentare

  • Keine Kommentare vorhanden

Aktuell sind 149 Gäste und keine Mitglieder online

Die nächste Ausgabe wird online gestellt am:

03.02.2018 - 00:01 Uhr

Noch

 

Marktplatz

Online-Kleinanzeigen-

markt